Vortragsreihe 2020

CREATIO EX NIHILO

Schöpfung aus dem Nichts

„La création du monde“ von Cedric Sorel (Quelle: Wikipedia)

Mit der „Schöpfung aus dem Nichts“ befasst sich unsere Vortragsreihe im Jahr 2020.

Im weitesten Sinne beleuchten Referenten aus ganz unterschiedlichen Wissensgebieten verschiedene Weltmodellvorstellungen.

Eingeladen sind ein Geisteswissenschaftler, zwei Theologen, zwei Physiker, ein Mathematiker, eine Autorin, ein Wirtschaftswissenschaftler, ein Neuro-wissenschaftler sowie ein Bioinformatiker.

Stefan Carl em Huisken (Bild: F. Knöchelmann)

Montag, 27. Januar 2020 um 19:00 Uhr
Naturforschende Gesellschaft, Grasstraße 1, Emden

Menschheitsentwicklung und Schöpfung aus dem Nichts –
Eine geisteswissenschaftliche Betrachtung

Stefan Carl em Huisken
Geisteswissenschaftler und Autor, Norden,*1954 in Wolfenbüttel
Studium der Germanistik, Pädagogik, Informatik, Niederlandistik, Geisteswissenschaft, Sprachgestaltung, Musik, 1993 Aufnahme in die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft

Die heutige Naturwissenschaft kann über den Weltenanfang, d.h. die Entstehung des Seins aus dem Nicht-Sein, nichts aussagen. Die Theologie unserer Zeit setzt an die Stelle des „Unerkennbaren“ den Glauben. So fallen Wissen (und
daraus erfolgende Technik) und Moral auseinander; Konsequenzen daraus erleben wir zur Zeit. Ausgehend von der Feststellung, dass sowohl Glaubensentschluss als auch wissenschaftliche Theorien Äußerungen des sich ent-wickelnden menschlichen Geistes sind, weist die Geisteswissenschaft einen Weg zu einer Brücke zwischen beiden.

Michael Weichenhan (Bild: privat)

Mittwoch,  26. Februar 2020 um 19:00 Uhr
Naturforschende Gesellschaft, Grasstraße 1, Emden

Creatio ex Nihilo“ –
Ein theologisches
Motiv in der neuzeitlichen Kosmologie

Dr. phil. Michael Weichenhan
Wissenschaftshistoriker, Gotha, *1965 in Brandenburg a. d. Havel
Studium Theologie,  Philosophie, Latein, Geschichte der Naturwissenschaften,
arbeitet im Grenzbereich zwischen Geistes- und Naturwissenschaften

Akzente und Perspektiven bei der Interpretation des Gedankens, die Welt sei aus dem Nichts erschaffen. Warum spielt die Vorstellung Gottes nach Art eines Ingenieurs bzw. Mathematikers bei der Entstehung der neuzeitlichen Wissenschaft eine so bedeutende Rolle?

Klaus Hentschel (Bild: privat)

Mittwoch,  25. März 2020 um 19:00 Uhr
Max-Windmüller-Gymnasium, Steinweg 26, Emden

Von der speziellen zur allgemeinen Relativitätstheorie –
Historische Entwicklungsstadien und Heuristiken

Prof. Dr. rer. nat. habil. Klaus Hentschel
Leiter der Abteilung Geschichte der Naturwissenschaften und Technik, Universität Stuttgart
*1961 Bad Nauheim
Studium Physik, Philosophie, Wissenschaftsgeschichte und Musikwissenschaft

Der Vortrag behandelt wichtige Stadien in der Entwicklung der Relativitätstheorie, insbesondere die von Einstein und anderen angewendeten Heuristiken auf der Suche nach einer Elektrodynamik, Gravitationstheorie, Optik und weitere Gebiete umfassenden Theorie, die u. a. das Relativitätsprinzip der Bewegung sowie verschiedene Symmetriebedingungen erfüllt.

Dieser Vortrag findet in Kooperation mit dem Max-Windmüller-Gymnasium statt.

Gerhard Kreutz (Bild: privat)

Mittwoch, 22. April 2020 um 19:00 Uhr
Naturforschende Gesellschaft, Grasstraße 1, Emden

Der „Urknall“ – der Beginn von allem?

Prof. Dr. rer. nat. Gerhard Kreutz
Präsident der Hochschule Emden/Leer, Elementarteilchen Physiker
*1956 in Siegen
Studium Physik, Promotionsstudium am Deutschen Elektronensynchrotron mit Forschungsaufenthalten u. a. am CERN in Genf, Promotion im Bereich der Elementarteilchenphysik

War der Urknall wirklich der Beginn? Was war dann davor? Kann man diese Fragen überhaupt
beantworten? Gibt es außer unserem Universum noch andere Universen? Fragen über Fragen! Prof. Dr. Kreutz wird im
Vortrag seine persönliche Sicht der Dinge darlegen.

Gerhard Roth (Bild: Roth-Institut)

Mittwoch,  20. Mai 2020 um 19:00 Uhr
Max-Windmüller-Gymnasium, Steinweg 26, Emden

Von der speziellen zur allgemeinen Relativitätstheorie –
Historische Entwicklungsstadien und Heuristiken

Prof. Dr. phil. Dr. rer. nat. Gerhard Roth
Direktor des Roth-Institut Bremen  
*1942 in Marburg/Lahn
Studium der Philosophie, Musik-wissenschaft, Germanistik, Biologie
Professor für Verhaltensphysiologie und bis 2008 Direktor am Institut für Hirnforschung an der Uni Bremen

Wissenschaftler gehen davon aus, dass beim Menschen geistige Vorgänge im Gehirn stattfinden. Dies gilt auch für Tiere, sofern ihnen solche Prozesse zugeschrieben werden können. Die Evolution von einfachsten Nervennetzen bis zu komplexen Gehirnen geht mit einer Steigerung geistiger Leistungen einher. Mit Ausnahme grammatisch-syntaktischer Sprache finden sich alle geistig-kognitiven Leistungen des Menschen in ähnlicher Weise auch bei den genannten Tieren. Die zugrunde liegenden neuronalen Mechanismen scheinen dieselben zu sein.

Dieser Vortrag findet in Kooperation mit dem Max-Windmüller-Gymnasium statt.

Michael Schaper (Bild: privat)

Montag, 29. Juni 2020 um 19:00 Uhr
Naturforschende Gesellschaft, Grasstraße 1, Emden

Im Anfang war – der Urknall? – die Schöpfung? – das Wort!

Michael Schaper
Pastor im Ruhestand
*1954 in Einbeck
Studium Theologie, Sozialwissen-schaften, Public Relations
Berufsschulpastor in Emden und Theologischer Referent im Ev. Bildungszentrum Potshausen

Das moderne Weltbild ist naturwissenschaftlich geprägt.
Als Anfang der Welt wird der „Urknall“ definiert und durch Beobachtungen, Untersuchungen sowie Experimente
bestätigt. In scheinbarer Spannung dazu steht die biblische Erzählung von der Erschaffung der Welt durch Gott. Der
Vortrag entwickelt aus der Diskussion zwischen Natur-wissenschaft und Theologie eine Hermeneutik dialektischer Weltinterpretation.