Ethnografie

Ethnografie

AhnenfigurenEin bedeutendes Standbein der Naturforschenden Gesellschaft bildet mit etwa 500 Objekten die Sammlung ethnographischer Gegenstände.

Die Sammlung wird betreut von der Ethnologin, Frau Caroline Schott.

Die ethnographischen Gegenständen stammen aus allen Teilen der Erde, sie wurden durch die zahlreichen in Emden ansässigen Seeleute mitgebracht oder aber auch von ostfriesischstämmigen Beamten in den niederländischen Überseebesitzungen gestiftet.

Denn „seit dem Beginn ihrer Wirksamkeit [war die Gesellschaft] bestrebt gewesen, die Naturprodukte des Vaterlandes, so wie die ferner Gegenden in möglichster Vollständigkeit zusammen zu stellen.“ Die Artefakte besaßen mehr als nur „die Funktion als »Mitbringsel« […], dazu bestimmt, als Teil eines »Raritätenkabinetts« ihr Dasein zu fristen“, sondern boten einen anschaulichen Überblick über die unterschiedlichen Entwicklungsstände der verschiedenen, nebeneinander lebenden menschlichen Kulturen dieser Erde.


Im Jahresbericht über die Wirksamkeit und den Zustand der naturforschenden Gesellschaft in Emden im Jahre 1850 wurde erläutert, dass die „im Westen von Sumatra liegenden Inseln, wovon die Gruppe der Mentawey oder Poggy Inseln und Nias die bemerkenswerthesten sind, […] bis vor kurzem, und […] zum Theil noch jetzt [also in der Mitte des 19. Jahrhunderts], für europäische Wissenschaft eine terra incognita“ waren, deren Bewohner auf einer steinzeitlichen Menschheitsstufe standen, während in der Nachbarschaft – Malaysia, Thailand und Indonesien – bereits seit Jahrhunderten fortschrittliche Zivilisationen lebten.


Der in niederländischen Diensten stehende und in Padang / Sumatra stationierte Major W. Kreling, der 1850 zum Korrespondierenden Ehrenmitglied ernannt wurde, schenkte im selben Jahr den in Emden ansässigen Naturforschern 24 Objekte von diesen nieder entwickelten Inseln, die „wegen ihrer Seltenheit, eigenthümlichen Form und Bearbeitung höchst merkwürdig“, also des Bemerkens würdig waren.

 

Kris in roter ScheideEines dieser Objekte ist ein "Dolch mit magischen Kräften", der als Leihgabe im Ostfriesischen Landesmuseum zu sehen ist.





Damit gehörten die Mitglieder der „Naturforschenden“ durchaus zu frühen Sammlern und Dokumentaren von völkerkundlichen Gegenständen. Diese Sammlung von Ethnographika konnte den Krieg nahezu unbeschadet überstehen, da sie während des Zweiten Weltkrieges in den Kellerräumen des Museums magaziniert war und so kein Opfer der Bombenangriffe des Jahres 1943 wurden.

Leider fristet die Sammlung noch immer ihr Schattendasein in den Kellerräumen des neu errichteten Gebäudes, da eine Präsentation aufgrund fehlender Ausstellungsräume sowie fehlender finanzieller Mittel zur Restaurierung nicht möglich ist.

 

Neben der "Kris in roter Scheide" sind noch weitere Objekte der Sammlung im Ostfriesischen Landesmuseum zu sehen, dem sie als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurden.

 

spkswe statkraftovbemspilot